24. Juni 2015

Sie lösen Konflikte im Schulalltag (SVZ 20-06-15)

Ausbildung von Streitschlichtern wird in allen Schule-Typen gefördert / Erfahrungsaustausch im Camp gibt viele Impulse
Die Teilnehmer und Betreuer des Fachcamps kamen aus elf Schulen des Landkreises. Foto:  Thomas Zenker

Die Teilnehmer und Betreuer des Fachcamps kamen aus elf Schulen des Landkreises.
Foto: Thomas Zenker

Zwei Tage lang waren mehr als 50 Mädchen und Jungen aus elf Schulen des Landkreises musikalisch, geistig, sportlich und künstle­risch kreativ. Die Schulsozia­larbeiterinnen hatten zum jährlichen Streitschlichter-Fachcamp ins “lütt pütt” ein­geladen. „Das Camp führen wir schon seit einigen Jahren durch und haben diesmal nicht nur Inhalte und Theorie des Streitschlichtens in den Mittelpunkt gestellt, sondern wollen Kreativität der Kinder und Praxis schulen”, erklärt Andrea Vienhues von der Re­gionalen Schule Plau.

Streitschlichter  06-2015 b

Die Schüler präsentieren ihre Bedürfnis-Kartons.

Genau deshalb standen auch Work­shops wie Theater/Rollenspiele,   Erlebnispädagogik “Wohin mit deiner Wut” oder „Der Song zum Camp” im Ta­gesplan. Die Teilnehmer, Mädchen und Jungen von elf bis 16 Jahren, arbeiten dabei bunt gemischt zusammen: Grundschüler, Gymnasias­ten, Förderschüler. „In der Grundschule West werden Schüler der 3. und 4. Klassen in das Streitschlichter-Pro­jekt einbezogen”, erklärt Re­lana Derrath. „Wir bilden ah der siebenten Klasse Streit­schlichter aus”, ergänzt die Planerin. Deshalb auch die Al­tersunterschiede. Am Ende entstand neben dem Camp-Lied auch eine Foto-Präsenta­tion der beiden Tage. „Und es wurden Freundschaften ge­schlossen”, sagt Sissy Cedre­witz vom Suchthilfezentrum, die die organisatorischen Fä­den in der Hand hielt.

Komplizierte Aufgaben erfordern Kreativität

Komplizierte Aufgaben erfordern Kreativität

Zum Kennenlernen am Donnerstag hatten alle Teil­nehmer einen Karton be­schriftet mit ihren Bedürfnis­sen dabei und stellten diese im großen Saal zu einer „Be­dürfnis-Pyramide” zusam­men. Von Freunde und Fami­lie über Reiten, Handy, Spaß, Kuscheltier und Frieden, reichte das Spektrum bis hin zu Selbstverwirklichung und Liebe. Schon jetzt waren die Teilnehmer des Medien-Workshops unter der Leitung von Katja Rivoir in Aktion und schossen die ersten Fotos. Da­niel Haase, Master-Student Theaterpädagogik in Rostock, stimmte die Mädchen und Jungs seines Kurses auf das erste Streitschlichter-Rollen­spiel ein und Claudius Hanne­mann. Präventionskrati. in der Suchtberatung, schickte seine Schützlinge erst einmal durchs Dickicht der Tannen hinter dem Schulungsgebäu­de. Am „roten Faden des Le­bens” arbeiteten sich die Teil­nehmer rückwärts durch den Busch, mussten dabei auf­merksam sein und 31 Wäscheklammern finden. Er­kenntnisse der Schüler: „Ge­meinsam lösen wir die Aufga­be. Im Leben sollte man den roten Faden im Auge behal­ten, aber auch immer links und rechts des Lebensweges lernen und Erfahrungen sam­meln.”

Koordinatorin Sissy Cedrewitz (r.) und Relana Derrath

Koordinatorin Sissy Cedrewitz (r.) und Relana Derrath

Am Freitag Mittag er­hielten die Mädchen und Jun­gen ein Zertifikat über die Teilnahme am Fachcamp. „Es kann sicher nicht schaden, solch ein Schreiben den Be­werbungsunterlagen für eine Lehrstelle beizufügen”, wei Andrea Vienhues. Seit September vergangenen Jahres bereiteten die Schulsozial-arbeiterinnen gemeinsam das Camp vor. Es hat sich wieder gelohnt und ab dem neuen Schuljahr geht es mit neuen Ideen an die Vorbereitung der nächsten Runde.

Teilnehmer: RS Lübz, GS Lübz, C West Parchim, GS Leuen, GS Crivitz. Fritz-Reuter-Schule Parchim,  RGS Plau am See, FS Parchim, FS Lübz, Goetheschule Parchim (GS und RS), Gymnasium Lübz

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