16. Januar 2016

Kampf mit geschliffenen Worten (SVZ 16-01-2016)

Sieger im Wettbewerb „Jugend debattiert“ in Lübzer Eldenburg-Gymnasium ermittelt / Lea Henke erneut für Regionalfinale qualifiziert
Lübz
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Für die neunten Klassen in Aktion: Vivien Stüring (l.) und Hedi Müller sowie…

In einem schulinternen Wettbewerb hat das Eldenburg-Gymnasium am Donnerstag die Sieger von „Jugend debattiert“ ermittelt. In der Sekundarstufe I (neunte Klassen) schafften es Lea Schäfer und Thor Aaron Dietrich, in der Sekundarstufe II (12. Klassen) letztlich Isabell Schober und Lea Henke auf den ersten beziehungsweise zweiten Platz. Lea hatte sich bereits im vergangenen Jahr fürs Regionalfinale qualifiziert, wurde dort Zweite und kam so bis zum Landesentscheid, wo sie leider keinen weiteren Erfolg hatte.

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…Lea Schäfer und Thor Aaron Dietrich
Foto: Ilja Baatz

In vier von beiden Stufen zu leistenden Runden treten bei dem Wettbewerb jeweils zwei Schüler gegeneinander an. Sie debattieren über Pro und Contra zu verschiedenen vorg

egebenen, landesweit gleichen Themen, auf die sie sich zehn Tage lang vorbereiten können. Die Neuntklässler tauschten sich darüber aus, ob eine Helmpflicht für Radfahrer eingeführt werden soll, Schuhe mit hohen Absätzen erst an Jugendliche ab 16 Jahren verkauft werden dürfen und – so das Thema in ihrer Finaldebatte – in der Schule die Nutzung von Smartphones zu Unterrichtszwecken erlaubt werden soll.

Ihre älteren Mitschüler mussten darüber debattieren, ob auf Kaffeebecher zum Mitnehmen Pfand erhoben, man das Tragen von Hotpants/Jogginghosen außerhalb des Sportunterrichtes am Eldenburg-Gymnasium verbieten und das Auswahlverfahren für Ausbildungsplätze bis zur Einladung zu einem Vorstellungsgespräch anonymisiert werden soll. Druck entsteht auch dadurch, dass jedem Redner nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht, deren Einhaltung von einer vierköpfigen Jury – zwei Lehrer und zwei Schüler – mit einer Stoppuhr überprüft wird. Anhand verschiedener Kriterien legt sie die Sieger fest.

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In der Sekundarstufe II siegten Isabell Schober (l.) und Lea Henke (r.), hier mit den Finalteilnehmern Olaf Graupner und Christin Kücken.

Das Eldenburg-Gymnasium ist landesweit eine der ersten Schulen, die an dem Wettbewerb teilnimmt. Mehr noch: Mittlerweile ist „Jugend debattiert“ Wahlpflichtfach im ersten Halbjahr für die neunten Klassen. „Es ist ein wichtiges Instrument im Unterricht. Die Schüler lernen Debatte, um Sachfragen zu klären – möglichst wortgewandt wie zivilisiert, ein Fechten mit geschliffenen Worten“, sagt Lehrer Gerd Vorhauer, der bei vielen Vorträgen mit in der Jury saß.

In der Regel gebe es nicht nur die eine Wahrheit, sondern unterschiedliche Standpunkte, die es festzulegen, zu verteidigen und zu klären gelte. „Die Schüler sollen dazu erzogen werden, eine Sache – und darauf kommt es an – begründet zu vertreten oder abzulehnen“, so Vorhauer. Dieses Prinzip ziehe sich durch nahezu alle unterrichteten Fächer. Es sei eine Methode, die die Lehrer gezielt anwendeten – mit Erfolg: „Auch unseren Schulsiegern merken Sie ihre großen Fähigkeiten an, mit Argumenten zu überzeugen!“

Jugend debattiert 2016 Zuschauer

Aufmerksame Zuschauer im Atrium waren die achten Klassen, rechts die vierköpfige Jury mit jeweils zwei Lehrern und Schülern.

Bei der Bewertung geht es neben der Sachkenntnis vor allem um die Sprache, die Überzeugungsfähigkeit und das Gelingen, an den Vortrag des anderen anzuknüpfen, auch dadurch ein Thema zu strukturieren.

Das Regionalfinale für Westmecklenburg findet Ende Februar in Wismar statt. Bei ihm kommen vier Kandidaten weiter, die dann zum Landesfinale fahren dürfen. Das dort zu behandelnde Thema steht 14 Tage vorher fest. Aus ganz Mecklenburg-Vorpommern nehmen ebenfalls die vier Erstplatzierten am Bundesausscheid teil. Er endet mit einem Sieger.

Ilja Baatz
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