30. Juni 2026

Unterwegs zu Grenzerfahrungen – Foto-Tagebuch der Grenzradtour 2026

Sechs SchülerInnen des EGL nehmen gemeinsam mit den KollegInnen Elisa Skiba und Niklas Kämke in der Woche vom 29.6. bis 3.7. an der diesjährigen Grenzradtour, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung, teil. Ihr Weg führt sie insgesamt 150 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Ein Fototagebuch der Reise: 

Montag, 29.6.: Bei der Abfahrt gab es leichte Probleme mit der Deutschen Bahn. Die Gruppe kam mit dem Zug nicht bis Wittenberge, weshalb schnell entschieden werden musste, wie man zur restlichen Reisegruppe stoßen kann: angepeilt wurde deswegen der nächste Treffpunkt Cumlosen, der vom Startpunkt Ludwigslust immerhin 44 Rad-Kilometer entfernt ist. Auf der Strecke warteten verschiedene Überraschungen wie etwa umgestürzte Bäume, die mit den Fahrrädern samt Gepäck überstiegen werden mussten. Am Zielpunkt angekommen warteten schließlich noch weitere 16 Kilometer Strecke bis nach Lenzen, die den Tag abrundeten. Teamwork und gute Laune halfen allen, die Anstrengungen zu überwinden. 

Dienstag, 30.6.: Auch heute sind wieder viele Kilometer zusammen gekommen – insgesamt 65.  Nach dem Start aus Lenzen ging es als erstes zur Burg Lenzen, danach weiter zur Festung Dömitz und dann direkt zur Heimatstube Rüterberg. Zum Abschluss des Tages absolvierte die Gruppe die Biber-Kanu-Tour auf der Jeetzel -mit Erfolg: keiner landete im Wasser und auch Biber konnten gesichtet werden. Leider ist auch heute nicht alles nach Plan gelaufen. So mussten wieder zusätzliche Kilometer gefahren werden, weil die Fähre nach Hitzacker nicht gefahren ist. Um 21 Uhr erreichte die Gruppe sichtlich erschöpgt, aber bei bester Laune die Jugendherberge. Es war wieder ein toller Tag.

Mittwoch, 1.7.: Die Gruppe fuhr heute nach Bleckede und setzte mit der Fähre auf das Ostufer der Elbe über, um den Grenzturm und die Vorgänge der Grenze entlang zu besichtigen. Dann ging es über eine Strecke von 50 km nach Boizenburg. In der Unterkunft wartete noch eine Seminarsequenz auf die Radler: Diese beschäftigte sich mit Michael Gartenschläger, der in der DDR 10 Jahre lang inhaftiert war und nach der Auslöse durch die BRD bei mehreren Fluchten mitgewirkt hat; u.a. stahl er die Selbstschussanlage SM70 von der Grenze. Später wurde er durch die Staatssicherheit der DDR erschossen.

Donnerstag, 2.7.: Der letzte Tag der Tour war noch einmal ereignisreich. Die Gruppe startete zunächst direkt nach Greven zum Gedenkort für Michael Gartenschläger. Hier trafen wir den Zeitzeugen Dieter Schmidt. Um den Widerstand Gartenschlägers zu ehren, hat jeder Grenzradler einen Gedenkspruch gesprochen; die Gruppe hielt eine Schweigeminute ab. Danach ging es weiter nach Nostorf-Horst; auch hier hatten wir Gelegenheit, mit dem zeitzeugen Thilo Wierzock zu sprechen. Zum Abschluss ging es zur Erstaufnahmeeinrichtung des Landes M-V in Nostorf-Horst, wo wir Dezernatsleiter Peppo Zahn und einen Mitarbeiter des BAMF kennenlernten. Dort hatten wir auch eine Fragerunde mit zwei Asylsuchenden. Der Besuch hinterließ bei allen einen bleibenden Eindruck. 

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