“Mensch sein” – Themenwoche Klasse 10
Was bedeutet es eigentlich, Mensch zu sein – in Zeiten großer Not, unter unmenschlichen Bedingungen oder im ganz normalen Alltag? Mit dieser Frage haben sich die 10. Klassen des Eldenburg-Gymnasiums eine Woche lang eindringlich beschäftigt. Denn als eine der internationalen Partnerschulen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Israel) sieht sich das EGL in einer besonderen Verantwortung, jedem EGLianer eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu ermöglichen. Und diese Auseinandersetzung hat ihre Spuren hinterlassen.
Während der gesamten Woche setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Biografien von Opfern, Tätern, Mitläufern und weiteren gesellschaftlichen Gruppen auseinander. Besonders die Frage nach den Handlungsspielräumen der Täter löste viele Gespräche aus: Wie konnte es so weit kommen? Wo beginnt Verantwortung? Und was bedeutet das für uns heute?
Der Besuch der Gedenkstätte zum Todesmarsch im Belower Wald führte den Schülerinnen und Schülern vor Augen, wie schwer die letzten Wochen der NS-Herrschaft für die Menschen gewesen sein müssen, die dort unter grausamsten Bedingungen auf den Todesmarsch gezwungen wurden. Die Stille des Waldes, der historische Ort und die erzählten Schicksale berührten viele tief.
Auch der Besuch der KZ-Gedenkstätten Neuengamme oder Ravensbrück war für viele ein einschneidendes Erlebnis. Vor den Überresten der Lager, in den Ausstellungen und anhand persönlicher Geschichten wurde spürbar, wie brutal das System war, das Millionen Menschen entrechtete und vernichtete. Gleichzeitig wuchs das Verständnis dafür, wie wichtig Erinnerung ist – und wie verletzlich Menschlichkeit sein kann.

Ein emotionaler Höhepunkt der Woche war die Filmnacht, die von den Schülerinnen und Schülern selbst vorbereitet wurde. Bei gemeinsamem Abendbrot kamen sie ins Gespräch, bevor der Film „Schindlers Liste“ sie erneut auf sehr persönliche Weise mit dem Thema konfrontierte. Viele blieben anschließend noch beisammen, um das Gesehene zu verarbeiten.

Am Freitag schließlich rückte das „Mensch sein“ in den Mittelpunkt des eigenen Handelns. Beim „Sozialen Tag“ engagierten sich die Jugendlichen in sozialen Einrichtungen der Region. Dort unterstützten sie mit Herz, Geduld und Aufmerksamkeit – und erfuhren, wie wertvoll das eigene Tun für andere sein kann. Unser besonderer Dank gilt allen Einrichtungen, die diesen Tag durch ihre Kooperation ermöglicht haben.
Diese Themenwoche hat nicht nur Wissen vermittelt – sie hat bewegt. Sie hat nachdenklich gemacht. Und sie hat gezeigt, wie wichtig es ist, Menschlichkeit bewusst zu leben. Damals wie heute.