“Wir reden über Lernen nicht über Lehren!” – Lehrerteam des EGL führt Fortbildungsreihe zielgerichtet weiter

 Logo Uni AugsburgDie Lehrerfortbildungen im Rahmen des Landesnetzwerkes “Schulen zum Leben” zu den ersten drei der zehn Haltungen nach Hattie und Zierer fanden für die Lehrerinnen und Lehrer des Eldenburg-Gymnasiums Lübz am 18. und 19.04.2017 in Groß Breesen statt. Im idyllisch gelegenen Gutshotel nutzte das Lehrerkollegium die letzten zwei Ferientage, um in entspannter Atmosphäre gemeinsam über wichtige Gelingensbedingungen von Schule und Unterricht nachzudenken. Im Zentrum der Fortbildungsreihe stehen dabei die Haltungen von Lehrpersonen, die nach Hattie und Zierer den entscheidenden Faktor für schulischen Bildungserfolg darstellen.

Ein Ziel der Veranstaltungen war die Klärung des Verständnisses der Haltungen „Ich rede über Lernen, nicht über Lehren!“, „Ich setze die Herausforderung!“ und „Ich betrachte Lernen als harte Arbeit!“.

Aus den Daten der wissenschaftlichen Vorerhebung ihrer Schule leiteten die Lehrerinnen und Lehrer Schlussfolgerungen ab unter den Fragestellungen:

1.     Was bedeutet die Diskrepanz der Werte der Lehrer- und Schülerbefragung für mich und meinen Unterricht? bzw. Was läuft an unserer Schule besonders gut? (Ist-Zustand)

2.     Wo besteht Handlungsbedarf? (Ziel / Soll-Zustand)

3.     Was verstehen wir unter einer positiven Fehlerkultur?

Impulsvorträge der Referentinnen Frau Lachner (Universität Augsburg), Frau Weckend (Universität Augsburg) und Frau Bloch (IQ M-V) untermauerten die Haltungen mittels empirischer Befunde. Gruppenarbeitsphasen dienten der Vertiefung der Erkenntnisse durch kollegialen Austausch.

Insbesondere wurde die Bedeutsamkeit folgender Faktoren thematisiert:

  • ·       Vorausgehendes Leistungsniveau
  • ·       Erkenntnisstufen
  • ·       Schülerpersönlichkeit
  • ·       Passung von Lernmethoden und Lernstilen
  • ·       Selbstkonzept
  • ·       Klarheit der Lehrperson
  • ·       Ziele
  • ·       Bewusstes Üben
  • ·       Konzentration, Ausdauer und Engagement
  • ·       Hausaufgaben

Effekte, wie z.B. der Invisible Gorilla-, der Marshmallow-, der Dumm-und-dümmer- sowie der Flow- und der IKEA-Effekt wurden von den Lehrpersonen in Zusammenhang mit Lernen und Lehren interpretiert.

Im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen reflektierten die Lehrerinnen und Lehrer ihre Methoden zur Analyse der Lernausgangslage und ihre eigenen Lernzielformulierungen. Außerdem entwickelten sie in fachbereichsgleicher Partnerarbeit eigene Aufgabenstellungen so weiter, dass künftig verschiedene Erkenntnisstufen der Lernenden besser angesprochen werden können. Um die positive Fehlerkultur im Unterricht weiterzuentwickeln, wurde gemeinsam nach Möglichkeiten des konstruktiven Umganges mit Fehlern im Unterricht gesucht.

Inhaltlicher Schwerpunkt des zweiten Fortbildungstages war die Erstellung von Instrumenten zur Selbstevaluation des Lernprozesses durch die Lernenden in den einzelnen Fachbereichen, welche z.T. noch im laufenden Schuljahr zum Einsatz kommen werden.

Abschließend formulierten die Lehrerinnen und Lehrer ihre nächsten Schritte zur Umsetzung der bearbeiteten Haltungen im eigenen Unterrichtsalltag.

Nach zweitägiger intensiver Arbeit endeten die Fortbildungsveranstaltungen für die Lehrerinnen und Lehrer des Eldenburg-Gymnasiums mit neuen Impulsen für die eigene unterrichtliche Tätigkeit, einsatzfähigen Schülermaterialien und einer Vielzahl von teamfestigenden Erfahrungen des kollegialen Austausches.

R. BlochLogo Schulen zum Leben

Referentin für das Projekt “Schulen zum Leben”

Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern