Schnappschüsse

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2008/2009 bis Heute

Das Eldenburg-Gymnasium Lübz im Landkreis Parchim wurde die erste Ganztagsschule dieser Schulform in Mecklenburg-Vorpommern. Da das alte Gebäude heruntergewirtschaftet war und keinen normalen Schulbetrieb mehr zuließ, wurde es mit Hilfe von IZBB-Mitteln von Grund auf erneuert.

„Groß, rot, warm, mächtig und modern“, so wirkt das Eldenburg-Gymnasium Lübz auf Marie Schröder von außen. Von innen: „angenehm und herzlich“. Die 18-jährige Schülersprecherin des Gymnasiums hat aber noch ganz andere Bilder in Erinnerung. Vor dem Neubau war das Gebäude feucht und heruntergekommen, kalte Farben und die schlechte Ausstattung nahmen die Motivation zum Schulbesuch. „In diese Schule ging keiner wirklich gern!“

Für ihren Schulleiter Horst-Dieter Schneider war der Zustand des Gebäudes sogar dermaßen katastrophal, dass er Vertreter des Bildungsministeriums und des Schulträgers zur Besichtigung einlud. Im Gymnasium wurde eine DVD angefertigt, die die arge Situation der Schule dokumentierte. Die DVD wurde dem Vertreter des Bildungsministeriums überreicht und bald darauf gab es einen Termin
beim Schulträger (Kreis Parchim): „Wir haben deutlich gemacht, dass dies untragbar ist!“, so Schulleiter Schneider. Dabei erhielt die Schule Unterstützung durch die Schülerinnen und Schüler, den Förderverein sowie die Eltern, vertreten durch Uwe Pohla.

PPP als Lösungsformel

Die Antwort des Schulträgers ließ nicht lange auf sich warten. Bereits im Jahr 2002/03 begannen die Planungen zum Umbau des Gymnasiums. Allerdings stellte sich bald heraus, dass eine Sanierung des Gebäudes dem Kreis Parchim teurer zu stehen kommen würde als ein Neubau der Schule im Rahmen eines Public-Private-Partnership. Das PPPModell bedeutete eine Vorfinanzierung des öffentlichen Bauprojektes durch private Mittel. Nicht weniger als 8 Millionen Euro wurden investiert, davon 883.384,00 Euro aus IZBB-Mitteln.

Von Beginn an wurden die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie die Eltern in die Konzeption einbezogen, um die Schule nach neusten pädagogischen Ansprüchen planen zu können. Die Verbesserung des Ganztagsbereichs stand dabei im Vordergrund. Das Gymnasium sollte aus den IZBB-Mitteln eine große Bibliothek bekommen sowie eine umfassende EDV-Versorgung. Weitere Vorschläge waren die Einrichtung einer Lehrküche, von Gruppen- und Freizeiträumen, Fachräumen für Biologie, Chemie, Physik, Musik und Kunst. Schließfächer, ein Außengelände mit Raum für Bewegung und Spiel und vor allem bessere Toiletten wurden besonders von den Schülerinnen und Schülern gewünscht.

Der Neubau des Eldenburg-Gymnasiums Lübz wurde ein Lehrstück dafür, wie die späteren Nutzer ihre pädagogischen Vorstellungen noch während der Bauphase einbringen konnten. Denn während der Schulbetrieb provisorisch im alten Nebengebäude stattfand, begleiteten die Schülerinnen und Schüler sowie die Pädagogen intensiv die Bauarbeiten. Da für den Geschäftsführer der Baufirma der Neubau des Gymnasiums eine Herzensangelegenheit war, ging er gerne auf die Vorschläge der Nutzer zur Verbesserung des Schulgebäudes ein. „Denn wir werden ja im Nachhinein darin leben und arbeiten“, erläutert Horst-Dieter Schneider.

Der Neubau überzeugte viele Skeptiker von den Vorzügen der Ganztagsschule

Dementsprechend hat das Gymnasium als Resultat des Dialogs zwischen Schule, Schulträger und Bauträger nicht nur schöne Kunsträume, eine große Bibliothek oder ein Basketballfeld erhalten. Auch die Farbgestaltung und die Bepflanzung des Schulgeländes mit Obstbäumen sind Ergebnis der gegenseitigen Verständigung. Ein echtes Highlight ist das Atrium im Eingangsbereich geworden, welches als Aufenthaltsraum, Aula und Saal für Festveranstaltungen genutzt werden kann. Kleine  Abstriche mussten die Schülerinnen und Schüler mit dem nicht allzu geräumigen Essensraum machen, doch wird dies dadurch ausgeglichen, dass die Kinder und Jugendlichen ihr Essen in Schichten einnehmen. Dafür haben sie in einer einstündigen Pause genügend Zeit.

Spätestens der Neubau des Gymnasiums hat viele Skeptiker des Ganztagsgedankens, die sich sowohl in den Reihen des Lehrerkollegiums als auch bei den Eltern fanden, umgestimmt. „Durch die Rhythmisierung des Tages, das regelmäßige Mittagessen und die attraktiven Freizeitangebote wurden viele Vorurteile abgebaut“, erklärt der Schulleiter. Das belegen die hohen Anmeldezahlen bei den Siebtklässlern, die bei den insgesamt 350 Schülerinnen und Schülern aktuell bei 73 liegen. Für Mecklenburg- Vorpommern, das mit einem erheblichen Schülerrückgang zu tun hat, ist das richtig viel. Ebenso wenig ist es selbstverständlich, dass das Gymnasium dreizügig fahren kann.

Die Öffnung der Schule zu den Sportvereinen und anderen außerschulischen Institutionen hat die Akzeptanz noch weiter erhöht. Schließlich erkannten die Eltern, dass das G8-Gymnasium nicht nur Unterricht bedeutet, sondern auch Bewegungsangebote in einem oft bewegungsarmen Umfeld eröffnet. Sehr beliebt sind bei Schülern und Eltern die Angebote der privaten Musikschule, die ihre Lehrkräfte eigens an das Gymnasium schickt. Dadurch entfallen die langen Fahrzeiten in dem ländlichen Umfeld.

Die Vorzüge der Ganztagsschule kommen nicht zuletzt der individuellen Förderung, der Mehrsprachigkeit oder der Verzahnung von Vor- und Nachmittag zugute. Ein Schwerpunkt des Gymnasiums ist neben der Förderung von leistungsschwachen Kindern, die Förderung von Hochbegabten. Dafür ist die Kooperation in einem Schulnetzwerk im Bereich Schwerin geplant. In den Klassenstufen 7 bis 10 wurden Jahrgangsteams von Lehrerinnen und Lehrern eingerichtet, denen neben den großen Klassenzimmern auch differenzierte Gruppenräume zur Verfügung stehen.

Schritt für Schritt ist das Eldenburg-Gymnasium Lübz so etwas wie das inoffizielle Zentrum der Stadt geworden – nicht nur weil es zu den größten öffentlichen Gebäuden gehört, sondern weil es von der Bürgermeisterin oder von der Kulturszene gerne für öffentliche Veranstaltungen, für Kultur oder  Gedenktage genutzt wird. So lautet das Fazit für Horst-Dieter Schneider: „Ich empfehle jeder Schule, sich auf den Weg zur Ganztagsschule zu machen. Das bedeutet am Anfang zwar mehr Arbeit, doch mit der Entwicklung der Schule bringt die Ganztagsschule den Kolleginnen und Kollegen auch Entlastung und Motivation.“

Fakten

  • Bibliothek
  • Lehrküche
  • Gruppenräume, Freizeiträume
  • Fachräume für Biologie, Chemie, Physik
  • Zeitraum Bauphase: 2007 bis 2008
  • Investitionssumme: 8.042.958 Euro
  • Bundesanteil: 883.384 Euro

Quelle: Gut angelegt - Das Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung
Bundesministerium für Bildung und Forschung