Schnappschüsse

  • Zierer-2-lübzcontent-1464629550content-1464629535Volleyball-2016-2 HOMEPAGEMit-Argumenten-Stärke-gezeigt-c2 HOMEPAGEVolleyball-2016-2 HOMEPAGETheaterprobe-2016  HOMEPAGELehrerTheaterprobe-2016Mit-Argumenten-Stärke-gezeigt-a HOMEPAGEJD Fr. ThesdorfHerr Nagelcontent-1464629542content-1464629544content-1464629553content-1464629534Volleyball-2016-12content-1464629541content-1464629552content-1464629540content-1464629533content-1464629530content-1464629545Stadtführer-einfach-2 HOMEPAGEcontent-1464629551JD Zuschauercontent-1464629547content-1464629546content-1464629536BO- Tag 25.3.2017Theaterprobe-2016  HOMEPAGEcontent-1464629538content-1464629539content-1464629548content-1464629532Mit-Argumenten-Stärke-gezeigt-b HOMEPAGE

Erweiterte Oberschule Lübz 1959-1991

Die Entwicklung der EOS LübzZum Anfang

In den Jahren des Bestehens der „Erweiterten polytechnischen Oberschule Lübz” gab es, beeinflusst durch die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, immer wieder entscheidende Veränderungen, auf die sich Lehrer und Schüler einzustellen hatten. 1959 war aus der Oberschule die EOS Lübz geworden.

Die so genannte „Villa"

Am Schulstandort „Neuer Teich” wurden Schülerinnen und Schüler bis zur zwölften Klasse in einer Umgebung unterrichtet, die sehr vielen Schülern wie auch Lehrern noch heute in angenehmer Erinnerung ist, was vor allem aus der Stadtrandlage und der unmittelbaren Nähe zum Wald resultierte. Pro Jahrgang gab es zwei Klassen, auf dem Schulgelände herrschte eine fast familiäre Atmosphäre.

Von Beginn an waren Schülerinnen und Schüler aktiv am Aufbau und an der Gestaltung des Schulgeländes sowie auch der Gebäude am „Neuen Teich” beteiligt. Unter der Anleitung von Lehrern und Internatsleitern leisteten sie viele freiwillige Arbeitsstunden zur Entwicklung und Verschönerung „ihrer” Schule.

Unterrichtet wurde an der EOS Lübz in drei voneinander getrennten Gebäuden ab 07.10 Uhr. Die Unterrichts- bzw. Klassenräume befanden sich in einer Holzbaracke.

Im Winter mussten die Räume vom Flur aus über Öfen beheizt werden, was zwar heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen würde, doch zur damaligen Zeit bei so manchem Schüler ein Gefühl der Gemütlichkeit aufkommen ließ. Zwei weitere massive Unterrichtsgebäude beherbergten einerseits die Fachräume der Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik und andererseits den Musikraum sowie einen Sprachraum.

Des Weiteren gab es auf dem Gelände der EOS eine weitere Baracke, welche als Internat benutzt wurde, ein Wirtschaftsgebäude, die „Villa” mit Essenraum und weiteren Internatszimmern, einen Appellplatz, der aber nur zum Beginn der Geschichte der EOS regelmäßig für die Durchführung von Fahnenappellen genutzt wurde, sowie einige kleine Nebengebäude.

In den siebziger Jahren kämpften die Schülerinnen und Schüler um die Verleihung des Ehrennamens „Juri Gagarin”. Dazu wurde das Leben des sowjetischen Kosmonauten und ersten Menschen im Weltraum erforscht und auf vielfältige Art und Weise dargestellt. Im Jahre 1977 wurde der Schule der Name „EOS Juri Gagarin” verliehen.

Lehrerkollegium EOS der 60er Jahre

1982 zog die Schule vom „Neuen Teich” in den Schulkomplex in der Schützenstraße um. Dem vorangegangen war der Beschluss des Bildungsministeriums der DDR, die Abiturausbildung auf zwei Jahre zu reduzieren und Schüler erst nach der Abschlussprüfung der zehnten Klasse an einer POS aufzunehmen. Daraufhin zog die EOS in die POS „Friedrich Engels” ein. Nach einem Übergangsjahrgang bestand dann die EOS ab dem Schuljahr 1983/84 nur noch aus den Klassen 11 und 12. Zeitgleich zog die kreisliche Sonderschule in den Schulstandort „Neuer Teich” ein.

Diese gravierende Veränderung bedeutete für Schüler wie Lehrer eine völlige Neuorientierung. Nicht nur Lehrinhalte, sondern die vielen Vorteile der alten Umgebung, die das Lernen und die interne Schulentwicklung beeinflussten, gingen verloren, mit ihnen die langjährigen Traditionen, wie Frühlingsfest und Karneval.

Obwohl viele engagierte Lehrer von Anfang an auf die Gefahren dieser bildungspolitischen Veränderungen der DDR-Führung hinwiesen, dauerte es bis zum gesellschaftlichen Umbruch, bis 1991 in der ehemaligen „Willi – Bredel – Oberschule” wieder mit einer den Anforderungen der Zeit entsprechenden gymnasialen Ausbildung begonnen werden konnte.

Das Zusammenleben an der EOSZum Anfang

Die Klassen bewiesen viel Kreativität und vor allem Teamgeist bei der Organisation der Feste. Das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Klasse wurde dadurch, dass sie bis zur 12. Klasse alle Stunden zusammen hatten, noch verstärkt. Die Abiturienten von 1979 hatten das Motto „In unsrer Klasse waren alle fetzig!”; und genauso „fetzig” waren auch die Feste der Pennäler und die Hilfsbereitschaft untereinander.

Die Kameradschaftlichkeit zeigte sich auch außerhalb der Schulzeit, z.B. unterstützte man sich häufig bei den Hausaufgaben. Das Motto der Schüler war: „Biete Russisch, suche Mathe!”, was allerdings nicht das bloße Abschreiben der Hausaufgaben zum Ziel hatte. Durch diese Kameradschaft war ein konkurrenzloses Beisammensein und somit eine angenehme Lernatmosphäre möglich.

Die Hilfsbereitschaft der Schüler untereinander zeigte sich auch in der Gestaltung des Schulgeländes. Innerhalb jeder Klasse bildeten sich kleine Gruppen, die abwechselnd ihren jeweiligen Bereich für ein ganzes Jahr pflegen mussten, indem sie beispielsweise das Papier aufsammelten oder harkten. Jeder Schüler übernahm somit einen kleinen, aber wichtigen Teil der Verantwortung für die Pflege der schönen Umgebung der EOS am Neuen Teich. An der Friedrich-Engels-Schule existierten solche Pflegegebiete nicht. Für Ordnung wurde aber nicht nur außerhalb der Schulgebäude gesorgt. Die älteren Pennäler forderten jüngere auf, in der Aula oder auf dem Flur Papier wegzuräumen. Teilweise mussten sie sogar die Internatszimmer säubern und die älteren Schüler grüßen. Doch das wurde akzeptiert, denn immerhin wird ja jeder Mal „groß”. Außerdem bestand dadurch eine Situation, in der jüngere Schüler den älteren eine gewisse Achtung entgegen brachten.

Auf den alljährlichen Klassenfahrten hatten die Schüler meist eine Woche Zeit, sich näher kennen zu lernen. Hinter den Fahrten stand immer ein schulisches Thema und somit blieben die zahlreichen Besichtigungen verschiedener Orte nicht aus. Der Besuch des Schiller-Goethe-Hauses in Weimar, des Dresdner Zwingers und der Schlosskirche in Wittenberg, an deren Türen Martin Luther seine 95 Thesen schlug, waren sicherlich kulturelle Höhepunkte der Klassenfahrten. Weitere Ziele innerhalb der ehemaligen DDR waren z.B. Berlin, Heringsdorf oder der Harz, aber auch Polen, die Sowjetunion und Bulgarien wurden hin und wieder besucht. Der einwöchige Schulaustausch mit Estland war ein besonderes Erlebnis. Neben den kulturellen Besichtigungen kam bei Schulfahrten der Spaß natürlich auch nicht zu kurz. Auf jeder Klassenfahrt gab es lustige Abende mit interessanten Gesprächen und viel Musik.

Musik stand auf der Klassenfahrt der Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrganges 1978/79 nach Berlin ganz besonders im Mittelpunkt. Die Pennäler organisierten sich einen Konzertbesuch der bekannten Musikgruppe „City” und konnten dadurch sogar zu richtig guter Livemusik tanzen.

Allerdings war ein Konzertbesuch keine Seltenheit im Leben eines Abiturienten, denn sie hatten im Lübzer Kino ein Konzertanrecht und alle zwei Jahre auch ein Theateranrecht beim Landestheater Parchim. Doch gefielen diese Veranstaltungen nicht unbedingt jedem Schüler, da sie zur Pflicht gemacht wurden. Das Konzert- bzw. Theateranrecht wurde als weitere Möglichkeit angesehen, die Schüler zusammenzubringen.

Schüler-Lehrer-Verhältnis 70er JahreZum Anfang

Das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern umfasste ein breites Spektrum, es reichte von strenger Autorität und großer Distanz bis hin zu Vertrauen und einer offenen Atmosphäre. Die meisten Lehrer standen den Schulproblemen der Abiturienten aufgeschlossen und verständnisvoll gegenüber. Oft standen die Lehrer ihren Schülern bei ungeklärten Fragen, zum Beispiel vor den Prüfungen, auch außerhalb der regulären Unterrichtszeit mit Rat und Tat zur Seite. Aber auch kleine Spaße und Streiche durften nicht fehlen, denn es gab ja nicht nur „Musterknaben” unter den Schülern. Viele Lehrer bekamen von ihren Schülern Spitznamen, wie zum Beispiel Herr Wesner, der „Keule” genannt wurde und diesen Namen bis heute behalten hat. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein gewisses Maß an Strenge und ausreichender Disziplin an der Schule gefehlt hat, denn schließlich wollte jeder Schüler das Abitur ablegen. Durch den Leistungsdruck an der Schule ließen sich manchmal “Spannungen” zwischen Schülern und Lehrern nicht vermeiden, was heute nicht anders ist. Wenn auch das Lehrerkollegium hohe Leistungen forderte, viele ehemalige Schüler erinnern sich gern an diverse gesellschaftliche Aktivitäten bzw. Freizeitveranstaltungen, die viel Spaß gemacht haben. Durch diese Schulnachmittage baute sich manchmal sogar ein kameradschaftliches Vertrauensverhältnis zwischen manchem Lehrer und seinen Schülern auf.

Das InternatslebenZum Anfang

Viele Schüler wohnten während ihrer Schulzeit im Internat, weil eine tägliche Anfahrt vom Wohnort zur EOS Lübz und zurück nicht möglich war. Hier waren viele junge Leute zusammen, die sich bei den Hausaufgaben unterstützten und gemeinsam lernten. Wie in einer „großen Familie” wuchs das Gemeinschaftsgefühl und trotz vieler Internatsregeln war ein freies Bewegen, ohne Aufsicht der Eltern, möglich. Es gab feste Zeiten fürs Wecken, Frühstück, Abendbrot bzw. für die Studienzeit, welche von den Internatsschülern eingehalten werden mussten.
Der Tagesablauf vom Wecken bis zur Nachtruhe war also fest organisiert, genauso wie zahlreiche Dienste, wie z.B. der Abwaschdienst, Weckdienst und das Führen des Ausgangsbuches. Das Internatsleben lief im allgemeinen folgendermaßen ab: Um 6:00 Uhr klopfte der Tagesleiter an die Türen der Zimmer und weckte die Schüler. Eine halbe Stunde später fand das morgendliche gemeinsame Frühstücken im Speisesaal des Hauptgebäudes statt. Um 7:00 Uhr ging es zur Schule, der Unterricht begann um 7:10Uhr. Um 13:30 Uhr war die Schule zu Ende und das Mittagessen im Hauptgebäude lockte die Schüler an, aber manchmal verführte auch der Wohlgeruch des Bäckers, wenn das Schulessen nicht so richtig schmeckte. Im Internat gab es neben den drei Hauptmahlzeiten nachmittags eine Zwischenmahlzeit, die aus Broten, Marmelade und Landkaffee bestand. Durch die Randlage der EOS war immer ein längerer Fußweg in die Lübzer Innenstadt nötig. Dies schaffte man gerade so, wenn man die Studienzeit korrekt einhielt. Die vorübergehende Abwesenheit vom Internat musste dann im Ausgangsbuch dokumentiert werden. Um 14:30 Uhr begann die Studienzeit in den Internatszimmern, die bis 16:30 Uhr dauerte. Ab dieser Zeit hatten die Schüler Freizeit und konnten ihren eigenen Interessen nachgehen. Jedoch mussten sie um 17:30 Uhr zum gemeinsamen Abendessen im Internat sein. Danach gab es bis 19:30 Uhr wieder Zeit, den Hausaufgaben oder Unterrichtsvorbereitungen nachzugehen. Von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr war nochmals Freizeit angesagt. Um 21:30 Uhr wurde die Anwesenheit aller Internatsbewohner in ihren Zimmern durch den diensthabenden Tagesleiter festgestellt, und um 22:00 Uhr herrschte Nachtruhe in allen Zimmern. So verlief ein gewöhnlicher Tag im Internat.
Die meisten Internatsschüler waren damals in der Baracke untergebracht, einige auch im Hauptgebäude. Es gab vorwiegend Drei-Bett-Zimmer. Die sanitären Einrichtungen waren wenig komfortabel. So gab es in der Baracke für ca. 15 Zimmer einen Waschraum und zwei WCs für die Mädchen. Die Jungen mussten zum Waschraum und zu den Toiletten die Baracke sogar verlassen. Die Internatszimmer wurden freitags von den jeweiligen Bewohnern gesäubert, und selbst die Flure wurden von den abwechselnd eingeteilten Zimmerbewohnern wöchentlich gewischt und sogar gebohnert. Das zum Internat und zur Schule gehörende Gelände wurden ebenfalls zum größten Teil von den Klassen oder den Internatsschülern gepflegt. Durch diese freiwilligen Arbeitseinsätze wurde eine gemeinsame Verantwortung für Ordnung und Sauberkeit unterstützt.

Unterrichts- und Internatsbaracken im "Neuen Teich"

Unter anderem gab es im Internat einen Internatsleiter, der täglich mindestens von 13:00 bis 17:00 Uhr anwesend war und zu seiner Unterstützung einige als zuverlässig geltende Schüler als Tagesleiter beauftragte. Deren Aufgabe bestand darin, Ansprechpartner für die anderen Schüler zu sein und vor allem allabendlich eine persönliche Anwesenheitskontrolle durchzuführen. Die Tagesleiter wurden wöchentlich benannt, und es war jeweils ein Tagesleiter für die Mädchen und ein weiterer für die Jungen verantwortlich. Die Zimmerordnung kontrollierten ebenfalls die Heim- und die Tagesleiter. Außerdem existierte ein Internatsrat.

Außerhalb der vorgeschriebenen Abläufe gab es jedoch zahlreiche Freizeitangebote und gesellschaftliche Veranstaltungen. Mittwochs z.B. waren schulische Veranstaltungen an den Nachmittagen geplant, deshalb war an diesen Tagen auch keine Studienzeit angesetzt. Zu diesen Veranstaltungen gehörten die vormilitärische Ausbildung und Gruppenversammlungen in den Klassen. Einmal im Monat fand traditionell der Heimabend statt, der auch mit anderen Schülern der EOS, die nicht im Internat wohnten, gefeiert wurde. Diese Abende wurden von Mitschülern, die sich hier erfolgreich als DJ erprobten, mit wachsender Beliebtheit gestaltet. Es wurden auch kulturelle und wissenschaftliche Themenabende organisiert, die ebenfalls größten Zuspruch unter den Internatsschülern fanden. Beliebt waren dabei die gemeinsamen Besuche des Lübzer Kinos, wo meistens dann mehrere Schüler zusammen hingingen. In der Ausgangszeit wurden auch hin und wieder einige Lübzer Gaststätten besucht, z. B. der „Neue Teich”, „Stadt Lübz” oder der „Stadtturm”. Samstags nach Schulschluss reisten die Internatsschüler dann in ihre Wohnorte ab, wo sie sich von einer erlebnisreichen Woche erholten.

Kulturtraditionen EOSZum Anfang

An erster Stelle der gesellschaftlichen Aktivitäten standen FDJ-Nachmittage, in deren Verlauf verschiedene Thematiken behandelt wurden. So verbrachte man einen Mittwoch im Monat im Zeichen des FDJ-Studienjahres zu politisch-gesellschaftlichen Inhalten. Andere Treffen wurden durch Sport oder Veranstaltungen der DSF geprägt.

In den ausgehenden 70er Jahren wurden viele schöne Traditionen von Jahrgang zu Jahrgang übernommen. Beliebte und abwechslungsreiche Ereignisse waren die Heimabende des Internats, zu denen allerdings alle EOS-Schüler eingeladen waren, die Faschingsfeiern und Frühlingsfeste der EOS. Für die Organisation aller Feste waren jedes Jahr einzelne Klassenverantwortlich.

Die Faschingsfeier, die traditionell von den zwölften Klassen im ehemaligen Waldrestaurant (auch besser bekannt als der „Knochen”) ausgerichtet wurde, war jedes Mal ein großer Erfolg. Sie fand im November statt und oftmals waren alle Lehrer beteiligt. Die jeweiligen zwölften Klassen dachten sich ein ideenreiches Kulturprogramm aus, dass die Stimmung hob.
Beispielsweise tanzten die Jungen des Jahrganges 1980/81 „Schwanensee”. Eine andere Gruppe legte ein tolles Rock ‘n’ Roll-Programm auf das Parkett. Die Faschingsveranstaltung stand jedes Jahr unter einem bestimmten Motto, wie z. B. „The Neandertalmen”. Aber auch der sogenannte „Knast” durfte nicht fehlen. Es wurden willkürlich Leute in den „Knast” gebracht, wo sie erst wieder herauskamen, wenn sie “freigeküsst” wurden.

Das Frühlingsfest wurde von den jeweiligen elften Klassen im März organisiert und fand ebenfalls im „Kochen” statt. Auch diese Veranstaltung wurde mit einem lustigen Programm gekrönt, das ihr immer wieder zu einem Riesenerfolg verhalf. Die Band „NT COMBO”, die zum „Knochen” gehörte, beeinflusste mit ihren Liedern die Stimmung erheblich, denn es machte viel mehr Spaß zu Livemusik zu tanzen.
Ein weiteres Großereignis für die Schüler war der Schulheimabend, der einmal im Monat im Internat stattfand. Das Organisationstalent der Schüler war auch hier wieder gefragt und es hat jedes Mal viel Mühe gekostet, sich neue Ideen einfallen zu lassen. Aber: Pennäler wissen, wie man eine „bombige” Discostimmung herstellt! Neben dem lustigen Feiern diente der Heimabend auch als Erholung vom Schulstress und als Möglichkeit, die zahlreichen Mitschüler anderer Klassen und Klassenstufen näher kennenzulernen.
Der letzte Schultag wurde ebenfalls unter einem bestimmten Motto durchgeführt. Beispielsweise wurde in einem Jahrgang eine Gerichtsverhandlung nachgestellt. Während die Jungen lange schwarze Sachen trugen, teilweise sogar mit Zylinder, waren die Mädchen ganz in weiß gekleidet. Die Lehrer wurden verurteilt und mussten Aufgaben erfüllen, z.B. sollte eine stark rauchende Lehrerin ihre Zigaretten öffentlich verbrennen, was sie mit viel Humor tat.

Sportliche AktivitätenZum Anfang

Handballmanschaften 1978

Der Sport nahm in allen Zeiten eine wichtige Stellung im Schulalltag ein. Es gab viele Möglichkeiten sich körperlich zu betätigen, z. B. bei den Fuß- und Handballturnieren, während des GST-Lagers und beim Schulsportfest.
Das Sportfest war einer der sportlichen Höhepunkte an der EOS. Die Schüler hatten einen ganzen Tag Zeit, sich dem Sport zu widmen. Nachdem die Pflichtaufgaben, wie z.B. Weitsprung, 1OOm-Lauf und Kugelstoßen, erfolgreich abgeschlossen waren, spielten die Lehrer und die 12-Klässler gegen die 10. und 11. Klassen Volleyball. Diesem Spiel fieberte man den ganzen Tag entgegen, denn es machte allen Beteiligten besonders viel Spaß. Für viel Begeisterung sorgte auch das Fußballturnier. Die männlichen Lehrer und Abiturienten schlossen sich zusammen und „kickten” gegen die Fußballmannschaften der Klassen 9-11. In der Zwischenzeit spielten die Mädchen Handball gegeneinander. Die jeweiligen Siegermannschaften bekamen dann auch Urkunden, die das Streben der Schüler, unbedingt gewinnen zu wollen, erheblich steigerten.

Im Juni eines jeden Jahres war die Kreisspartakiade, auf die die sportbegeisterten Schüler sich besonderes freuten. Die besten Sportler der Klassenstufen 1-12 aller Schulen kämpften 3 Tage in der Kreisstadt Lübz gegeneinander. Anschließend wurden die Schüler, die am besten bei den Leichtathletikkämpfen abschlossen, in die Bezirksstadt Schwerin eingeladen, wo sie gegen Sportler anderer Schulen des Bezirkes antraten. Die Sportler, die sich auch in Schwerin gut behaupten konnten, fuhren nach Berlin, in die Hauptstadt der DDR, wo sie auf die besten Sportler der Republik trafen. Jeder Sieg wurde mit einer Urkunde und einer Medaille gekrönt. Zum Schluss ist die Gesellschaft für Sport und Technik

(GST) unbedingt zu erwähnen. Die männlichen Schüler der EOS wurden auf die militärische Ausbildung vorbereitet, indem beispielsweise Elemente des Mehrkampfes geübt wurden. Es trug aber auch zur Verbesserung der körperlichen Fitness bei. Im Rahmen der GST gab es auch Aktivitäten, die zur Hobby- und Freizeitgestaltung beitrugen, wie z.B. den Motor- und den Segelsport. Der Höhepunkt in der 11. Klasse war das zentrale GST-Lager in Prerow (Ostsee). Die Mädchen führten parallel zur GST- eine DRK-Ausbildung durch, die ihnen die theoretischen Grundlagen der Ersten Hilfe vermittelten. Am Ende des Schuljahres fand das 14-tägige DRK-Lager abwechselnd in Parchim und in Lübz statt.

Bei den Wettkämpfen im militärischen Wettkampf haben vor allem die Mannschaften der EOS recht erfolgreich abschneiden können. Hier ist es die Mannschaft männliche Jugend A, die für ihre Leistung bei der Kreiswehrspartakiade mit einem Pokal durch Herbert Michel, Kreisvorsitzender der GST, ausgezeichnet wird.

ArbeitseinsätzeZum Anfang

Bei der Erdbeerernte in der LPG .1. Mai" Lübz trafen wir die FDJlerinnen der EOS .Juri Gagarin" Lübz Christine Kindt, Heide Rusbüldt, Oda Rielinger und Sybille Krey (v. I. n. r.). 14 Tage helfen sie den Mitarbeitern der Gärtnerei der LPG bei dieser wichtigen Arbeit.

Für die Schüler und Schülerinnen der EOS war es Ehrensache, dass sie unter anderem auch der LPG Lübz bei den Ernteeinsätzen im Herbst halfen.
Die Arbeiten in der Obstplantage in Ruthen sowie das Kartoffelsammeln im gesamten Kreis Lübz zählten zu den häufigsten Aufgaben der Schüler, aber auch bei der Ernte der Erdbeeren wurde kräftig geholfen.
Die LPG war sehr glücklich über die fleißigen Hände, denn dadurch konnten die Früchte schneller in die Geschäfte gebracht werden und das in guter Qualität.
Einige Schüler überzeugten sich selbst von der „Qualität der Früchte”, indem sie in gewissem Abstand die Erdbeeren „prüften”, natürlich nur, weil sie um das „Wohl der Kunden besorgt” waren. Aber im Allgemeinen waren die FDJ-lerinnen und FDJ-ler recht fleißig und wurden von den Gärtnern sehr gelobt. Als Gegenleistung für die Arbeit erhielten die Pennäler etwas Geld, entweder um ihr eigenes Taschengeld oder die Klassenkassen aufzubessern. Da nach Leistung bezahlt wurde, war jeder bestrebt, soviel wie möglich zu erarbeiten.
Die einzelnen Klassen hatten Freundschaftsverträge mit so genannten Patenbrigaden, wie zum Beispiel dem Krankenhaus oder der Zuckerfabrik. Diese Partnerschaftsverträge waren ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Während die Betriebe für die Feste Geld sponserten oder für die Weihnachtsfeiern kleine Geschenke  spendierten,  organisierten die Schüler einKulturprogramm, das sie auf Betriebsfeiern darboten.

SVZ, Juni 1981

Lernmittel – Lernmethoden an der EOSZum Anfang

Die Lernatmosphäre im “Neuen Teich” war im Allgemeinen recht gut, die Nähe der Schule zur Natur wirkte sich positiv aus.
Es gab Biologie- und Geografieexkursionen durch den Kreis Lübz, die von Herrn Kintzel und Herrn Frenz organisiert und durchgeführt wurden, und Wanderungen im NSG, die eine gelungene Verbindung von anschaulicher Wissensvermittlung, Förderung der Naturverbundenheit sowie selbständigem Arbeiten darstellten. Obwohl es wenige technische Mittel zur Gestaltung des Unterrichtes gab, versuchten die Lehrer mit den gegebenen Materialien, wie einfache Lehrbücher, auszukommen.
Wichtige Lernmittel im sprachlichen Bereich waren Zeitschriften wie „no cbemy”, „Around the world” und „A travers le monde”, die einmal im Monat der Schule zugeschickt wurden. Das war eine sehr hilfreiche Unterstützung für den Unterricht, weil es die alltäglichen Stunden durchaus belebte. Zusätzliche Bücher holten sich die Schüler aus der Bibliothek, womit sie ihr Wissen erweiterten und sich besser auf wichtige Arbeiten vorbereiten konnten. Für umfangreiche Hausaufgaben waren diese Bücher, wie heute auch, unausweichliche Hilfsmittel.
Ein angemessener Leistungsdruck begleitete somit ebenfalls das Schülerleben, wobei die Lehrer bei eventuellen Fragen stets zur Seite zu standen.

Der Schulalltag:

Stress war auch damals schon angesagt, denn die Schüler waren immer ausgelastet. Der Unterricht begann um 7.10 Uhr und nach 6 langen Schulstunden war die Schule um 12.45 Uhr zu  Ende.   Zwischen  den  Stunden  gab  es   10   Minuten   Pause  und   die  verdiente Mittagspause, welche 20 Minuten dauerte, verbrachte man oftmals beim Mittagessen in der „Villa”. Nach Schulschluss mussten manche auswärtige Schüler dann mit dem Bus nach Hause fahren, der am Kino oder am Amtsturm gehalten hat.
Am Samstag blieben die Schüler auch nicht verschont und so mussten sie 5 Stunden lang noch die Schulbank drücken.
Im Gegensatz zu heute gab es auch nur die Noten von 1-5, was jedoch für die Schüler keinen Vorteil hatte.
Eine Bereicherung  im  Schulalltag war der sogenannte fakultative  Unterricht,  der darin bestand, dass die Schüler in den 11. und 12. Klassen wahlweise an Lehrgängen teilgenommen haben. Dieser Wahlpflichtunterricht hatte immer ein bestimmtes Rahmenprogramm und war zweimal in der Woche.
Zum Beispiel gab es die Wahlfächer:

  • Ausgewählte Werke der Weltliteratur
  • Elektrische Messung nichtelektrischer Größen
  • Chemie
  • Matrizenrechnung
  • Ozillograph
  • Wahrscheinlichkeitsrechnung

Diese Wahlpflichtfächer dienten zur Erweiterung der Allgemeinbildung und waren für die Schüler für andere Fächer auch sehr hilfreich, weil sie dort ihre neuerworbenen Kenntnisse anwenden konnten.
Eine zusätzliche Ergänzung zum gewöhnlichen Schullebens stellten der PA – und WPA -Unterricht dar. Bei der PA handelt es sich um reine produktive Arbeit von Schülern der 9/10. Klasse. Dieses Fach fand einmal in 14 Tagen statt und war durch körperliche Arbeit geprägt. Zum Beispiel arbeitete man in der Zuckerfabrik, im Labor oder im Kuhstall. Bei der WPA hingegen handelte es sich um eine wissenschaftlich-produktive bzw. praktische Arbeit von  Schülern in der 11./12. Klasse. Einmal in der Woche wurde sich in den jeweiligen Betrieben getroffen, wie zum Beispiel in der Lübzer Brauerei, wo man die Haltbarkeitsdauer der Biere bestimmte, oder im VE-GUT Plau, worüber die Schüler eine Chronik schrieben. Zum Schluss mussten die Schüler eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, in der sie ihre Tätigkeit darstellten und ihre Arbeitsergebnisse zusammenfassten. Bei der PA und WPA wurden die Schüler immer von den jeweiligen Betreuern begleitet und waren somit bei eventuellen Fragen nicht allein.
Diese Fächer dienten dazu, den Schülern neben der vielfältigen Theorie auch ein gewisses Maß an Praxis zu bieten, wobei sie auch das selbständige Arbeiten und die Verantwortung ihrer Arbeit gegenüber besser kennenlernen konnten.
Zum Ausgleich für den anstrengenden Schultag gab es zahlreiche Angebote von Arbeitsge­meinschaften, welche in der Schule angeboten wurden. Jeder Schüler konnte eine Arbeits­gemeinschaft seiner Wahl belegen, an der er jeden Mittwochnachmittag teilnahm. Zum Beispiel gab es AG’s in Kunst, Handball, Biologie und Geografie. Aber auch der Russischclub war unter den Schülern sehr beliebt.
Eine ausgezeichnete Lernbereicherung für die Schüler ab der 9. Klasse war das „Lager für Arbeit und Erholung”. 2 Wochen lang konnten die Schüler in den Ferien gemeinsam mit ihren Lehren an dieser Aktivität teilnehmen und somit auch ein kleines Taschengeld für ihre Klasse verdienen. Zum Beispiel war die Nerzfarm in Appelburg so ein „Lager”, wo die Schüler am Vormittag selbständig arbeiteten und am Nachmittag ihrer wohlverdienten Freizeit nachgehen konnten und beispielsweise auch mit den Lehrern gemeinsame Unternehmungen starteten.

Die „heiße Phase”

Nach langem Bänkedrücken und stundenlangem Schwitzen, aber auch viel Spaß mit den Mitschülern und heftigen Parties, wie dem Heimabend, begann nun die alles entscheidende Phase, die Prüfungen standen vor der Tür. Nun konnte jeder seine Leistungen unter Beweis stellen.
Dies musste man allerdings auch schon nach der 10. Klasse, wo die Ergebnisse der Prüfungen darüber entschieden, ob man zur 11. Klasse zugelassen wurde. Zur 11. Klasse konnten die Schüler sich zwischen Musik und Zeichnen entscheiden, je nachdem, welches Fach ihnen besser lag. Das Fach Geografie wurde nach der 11. Klasse jedoch abgeschlossen. Im Februar war die erste schriftliche Prüfung in Russisch. Im Monat Mai folgten die schriftlichen Prüfungen in Deutsch und in Mathematik, Die vierte Prüfung im schriftlichen Bereich konnte man zwischen den Naturwissenschaften  Physik,  Biologie oder Chemie wählen.
Im mündlichen Bereich entschieden die Lehrer selbst, wo der jeweilige Schüler geprüft werden sollte. Es standen Fächer, wie zum Beispiel Englisch, Musik, Physik oder Russisch, zur Auswahl. Mindestens 2 Fächer und höchstens 5 Fächer wurden mündlich geprüft, wobei die Prüfungskommission aus drei Lehrern bestand.
Die mündliche Prüfung war in verschiedene Prüfungsabschnitte gegliedert. Zum Beispiel musste man in der russischen Prüfung Übersetzungen vom Russischen ins Deutsche und umgekehrt    durchführen,    danach    zu    bestimmten    Situationen    reagieren    und    die Gesprächsführung zu ausgewählten Themen übernehmen.
Neben    der    Erlangung    der    allgemeinen    Hochschulreife    gab    es    eine    zweite Ausbildungsrichtung, die eine praktische Berufsausbildung mit der Erlangung des Abiturs kombinierte: die Berufsausbildung mit Abitur. Zum Beispiel bildete die LPG in Lübz Schüler zum Landwirt (Feldwirtschaft) aus. Zum Schluss dieser Ausbildung waren die theoretische und die praktische Prüfung zu bewältigen, und bei bestandenen Ergebnissen erhielt man neben dem Abitur auch das Facharbeiterzeugnis. Diese Möglichkeit existierte jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum und wurde in den 60er Jahren wieder abgeschafft.

Auszeichnungen in der SchulzeitZum Anfang

Besondere Leistungen während der Schulzeit wurden auf verschiedene Art und Weise geehrt. Eine verliehene Auszeichnung war die „Lessing-Medaille”, die es in Gold oder Silber gab und für die Schüler vergeben wurde, die die Reifeprüfung mit Auszeichnung bestanden und außerdem gesellschaftlich hervorragend tätig waren. Träger der „Lessing-Medaille” wurden auch bevorzugt zum Studium zugelassen.

Weiterhin gab es die „Gottfried-Herder-Medaille” für besonders gute Leistungen im Fach Russisch. Man war auch sehr engagiert, Brieffreundschaften  mit den Angehörigen der russischen Soldaten zu halten und somit die Russischkenntnisse zu verbessern.
Im  naturwissenschaftlichen   Bereich   wurde  für außerordentliche  Leistungen   der  „Ernst- Haeckel-Schülerpreis” verliehen, der immer ein Anreiz war, auch in den Naturwissenschaften besondere Leistungen zu vollbringen.

Die Schüler konnten ihr erworbenes Wissen  auf jährlichen Olympiaden in Mathematik und Russisch messen. Man konnte sich auf der Kreisolympiade in Lübz zur Bezirksolympiade in Schwerin   bis   zur   zentralen   Olympiade   der   DDR   qualifizieren,   wobei   immer   höhere Leistungen gefordert wurden. Ein Vorteil für die Schüler war, dass diese Olympiaden in den Winterferien   stattfanden.   Damit   man   bei   der   Bezirksolympiade   mit   guten   Leistungen aufwarten konnte, war es für die Schüler möglich, sich an der pädagogischen Hochschule in Güstrow im Vorfeld entsprechend auf die Olympiade vorzubereiten.
Eine weitere Schülerauszeichnung war die „Urkunde des Ministers für Volksbildung”, die derjenige Schüler bekam, der auf seinem Abschlusszeugnis in überwiegender Zahl die Note 1 hatte. Mit maximal zweimal Note 2 und ansonsten Note 1 auf dem Zeugnis hatte man das Abitur „Mit Auszeichnung” bestanden und erhielt eine Urkunde, eine Medaille und 50 Mark. Außerdem durfte man sich nun „Jungaktivist” nennen.
Für  all   diejenigen  Schüler,  die  keine  Medaille  erhielten,     gab  es  eine  schulinterne Extraauszeichnung, wo die Schüler den Namen „Juri-Gagarin-Schüler” erhielten.
Als Lohn für besondere Leistungen winkte manchmal auch schon ein Stipendium. Fast alle Schüler, die das Abitur erfolgreich bestanden, nahmen auch ein Direktstudium auf. Jeder bekam   zur  damaligen   Zeit einen   Studienplatz.   Jedoch   klappte   es   oft   nicht   mit   der gewünschten Studienrichtung, häufig wurde man in bestimmte Bereiche gelenkt. Trotzdem konnte man mit dem Leitsatz in die Zukunft blicken:
“Hat man erstmal das Abi in der Tasche, stehen einem alle Türen offen!”