Startklar fürs Lernen der Zukunft (svz 13-10-2018)

Nach den Herbstferien mit neuer Technik versorgt: Lübzer Eldenburg-Gymnasium erhält als Pilotschule innovative IT-Ausstattung.

IT 129Vielleicht war es das schöne Wetter oder die Aussicht auf den kommenden Ruhestand, die den scheidenden Landrat Rolf Christiansen zu folgenden Worten inspirierte: „Manchmal ist es auch an der Zeit, die Geräte auszuschalten, um schöne Musik zu hören und ein schönes Buch oder eine seriöse Zeitung zu lesen.” Dies sagte der Politiker am Freitag in der Aula des Lübzer Eldenburg-Gymnasiums. Dabei waren er und sein Amtsnachfolger Stefan Sternberg gekommen, um eine innovative IT-Ausstattung im Wert von 900 000 Euro an Schüler und Lehrer zu übergeben.

“Medienzukunft an Schulen”

Übergabe IT-Struktur

Probierten die neue Hard- und Software aus: Matthias Effenberger vom Kommunalservice Mecklenburg, der scheidende Landrat Rolf Christiansen und sein Amtsnachfolger Stefan Sternberg. Foto: Franziska gutt

Der Schulstart nach den Herbstferien könnte an der Lübzer Einrichtung zugleich der Startschuss für das Lernen der Zukunft sein. Neben einer Schule in Wittenburg, erhielt das hiesige Gymnasium im Rahmen des kreisweiten Projekts „Medienzukunft an Schulen“ ein umfangreiches Digital-Paket.

„Für die neue Technik am Lübzer Gymnasium wurden ausschließlich Kreismittel umgesetzt“, sagte Christin Dittmann, Projektleiterin von „Medienzukunft an Schulen“. Für die Projektumsetzung sind die Experten von „Kommunalservice Mecklenburg“ (kurz: KSM) verantwortlich. KSM ist der kommunale IT-Dienstleister des Landkreises. Nach einer kurzen Begrüßung von Rolf Christiansen und KSM-Vorstand Matthias Effenberger gab es am Freitag einen Rundgang durch die modernisierten Räume. Die Führung übernahm Thomas Sachs von KSM, der als Gruppenleiter für die Infrastrukturdienste an Schulen zuständig ist. Im gesamten Schulgebäude wurden 15 interaktive Flachbildschirme, sogenannte „Active Panels“, in einer Größe von 86 Zoll und mit beschreibbaren Seitenflügeln installiert. Herkömmliche Kreidetafeln haben ausgedient.

Tafelbilder online stellen

IT Lehrer„Die Panels mit einer Auflösung von 4K sind über Touchscreen steuerbar. Doch die Lehrer sind nicht gezwungen, den Bildschirm zu verwenden. Sie können mit Stiften die Tafelseiten beschreiben“, erklärte Sachs. Zukünftig könnten die Monitore beispielsweise auch dem Vertretungsunterricht dienen, fügte Thomas Sachs hinzu. „Tafelbilder und ähnliches könnten online gestellt werden und der Ersatzlehrer könnte dort weitermachen, wo sein Kollege aufgehört hat“, sagt er. Schließlich wurden die Computerkabinette besichtigt: drei Räume erhielten jeweils 31 neue Rechnerplätze. Zudem wurden in den Räumen der Schülervertretung, der Schulverwaltung und der Lehrerschaft neue PCs bereitgestellt. Außerdem erhielten Schüler und Lehrer zwei mobile IT-Wagen mit jeweils 30 Laptops. Einer dieser hochwertigen Klassensätze stand nach dem Rundgang zum Ausprobieren bereit.

Eine Herausforderung

Neben der Hardware soll an der Lübzer Schule eine neue Software etabliert werden. Zukünftig können Schüler und Lehrer die Online-Lernplattform „it’s learning“ als Grundlage für den Unterricht nutzen. Das bedeutet, auch die  Pädagogen der Schule werden in Zukunft viel Neues hinzulernen müssen. „Das ist mitunter die größte Herausforderung. Den Lehrern stehen viele Lehrgänge und Einweisungen bevor. Wir wollen die Dinge nicht einfach so überstülpen und alle mitnehmen“, sagte Thomas Sachs gegenüber SVZ. Der Übergangsprozess zu den neuen Lehrmethoden könne bis zu einem Jahr dauern.