Gemeinsames Gedenken an den Todesmarsch im Belower Wald – Eldenburg-Schüler treffen französischen Zeitzeugen

Gedenken - Trompeter

Gedenkfeier im Belower Wald am 02. Mai 2014

Am 02. Mai fuhren Mitglieder unserer Gruppe “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” in die Gedenkstätte für den Todesmarsch, um dort an der diesjährigen Gedenkfeier teilzunehmen und hinterher mit Marcel Suillerot, einem französischen Zeitzeugen, zu sprechen. Schaut Euch doch einmal den Fernsehbeitrag des RBB an. Und hier nun der Bericht von Juliane Hey und Sophie Bechert:Gedenkfeier Belower Wald

Am 02.05.2014 versammelten sich drei Generationen, um sich an den Todesmarsch April 1945 zu erinnern. So auch die SoR-Gruppe des Eldenburg-Gymnasiums Lübz. Die offizielle Veranstaltung begann mit dem „Marsch des Lebens“, den die Zeitzeugen, angeführt von einem Fahnenträger, trotz hohen Alters auf sich nahmen. Anschließend hielten der Leiter der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, Prof. Morsch, und der Innenminister Brandenburgs eine Rede, die für die französischen Anwesenden übersetzt wurde. Sehr emotional stellten zwei Zeitzeugen aus Israel und Frankreich die Geschehnisse aus ihrer Sicht dar. Ihre Reden haben uns besonders beeindruckt.

Darauf folgte eine große Kranzniederlegung zum Gedenken der Opfer, die beim Todesmarsch ihr Leben ließen. Anschließend zerstreute sich die Menge in kleine Gruppen, um Einzelgespräche mit Zeitzeugen führen zu können.

Marcel Suillerot

Wir konnten mit einem französischen Häftling sprechen. Interessant war für uns, wie er seine Gefühle und Empfindungen beschrieb, als er wieder einmal in den Belower Wald zurückkehrte, den Ort, an dem so viele Menschen ums Leben gekommen sind und er so großes Leid erfuhr. Verhaftet als 17jähriger dachte er zunächst, er würde nach Deutschland zur Zwangsarbeit geschickt. Aber eigentlich wollten ihn die Deutschen als Widerständler in den sicheren Tod im KZ schicken.

Marcel Suillerot war 22 Jahre alt, als er schließlich in der Nähe von Zapel nach dem Todesmarsch befreit wurde. Seine Befreiung erlebte er als großes Wunder, nach vielen Tagen auf dem Marsch waren seine Bewacher plötzlich einfach verschwunden. Er konnte sich von russischen Soldaten nach Raben-Steinfeld mitnehmen lassen und von dort gelangte er mit den amerikanischen Truppen wieder in seine Heimat.

Das Alles stellte ein einschneidendes Ereignis für uns als jüngere Generation dar. So sollte für alle die Lehre lauten: MENSCHEN SEID WACHSAM!