„Frau 56“ und das Zahlenfest – Wir sind dabei (svz 20-06-2019)

Erstes Lübzer Mathefest findet im September statt
Frau 56

Frau 56 ist eigentlich Claudia Ammann, die auch die Skulptur vor dem Amtsturm geschaffen hat. Foto: Kung

Armin Kung Lübz Mathematik ist nicht abschreckend, meist nur die Art und Weise, wie sie gelehrt wird. Dieser Gedanke motiviert Claudia Ammann seit Jahren. Ammann ist Steinbildhauerin aus der Gemeinde Benzin. Sie selbst fand ihren ganz eigenen Zugang zur Zahlenwelt. Zwischen dem Lübzer Brunnen und dem Amtsturm gestaltete sie vor 16 Jahren einen kleinen Park, den jeder Lübzer kennt. Auf der kleinen Anlage stehen Bänke mit dicken Holzsitzen und einige Bäume. „Dieser Platz wurde durch die Mathematik inspiriert und trägt einige Geheimnisse in sich“, sagt sie. Viele Besucher, die dort im Schatten sitzen, wissen nicht, dass sie auf einem überdimensionierten Matherätsel sitzen, das auf Quersummen und einem 9er-Zahlensystem beruht. Quersummen sind eigentlich leicht zu verstehen. Die Quersumme der Zahl 12 ist 3. Würde man die Buchstaben von Claudia Ammanns Nachnamen in Zahlen zerlegen, entsprechend ihrer Reihenfolge im Alphabet addieren, hieße sie „Frau 56“.Welche Geheimnisse der Mathematik unter dem Amtsturm versteckt sind, wird Claudia Ammann spätestens am 29. September erzählen. Dann wird an dieser Stelle das erste „Mathe-Familien-Fest“ von Lübz stattfinden. Ein kleines Volksfest zum Knobeln und Rätseln. Dann können Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der Region selbst erfahren, wie spielerisch der Zugang zur Mathematik sein kann. Zusammen mit der Lerntherapeutin Bärbel Lorenz bereitet Ammann das Fest vor. „Wir wollen durch Spiele und Interaktivität einen unterhaltsamen Zugang bieten, mitten in der Stadt, wie ein kleines Volksfest.“

Unter dem Amtsturm werden dann viele kleine Stände und Stationen bereitstehen, wo Besucher die Mathematik aus einer anderen Perspektive erleben können. „Das Ziel ist, Zahlen greifbar zu machen. In Form von Gewichten oder Längenverhältnissen, etwa durch ein Seilspiel“, sagt Ammann.

Die Künstlerin wird selbst ein Spiel anbieten. Eines, dass sie selbst entwickelt hat. Es heißt „Quoai“ und besteht aus Quadern. Die kleine Version ist aus Holz, die große steht seit Jahren als treppenartige Skulptur unter dem Amtsturm. Quoai ist ein Zahlenspiel, bei dem statt im üblichen Dezimalsystem mit einem Neuner-Zahlen-System gespielt wird. Es eignet sich zum Ordnen und Rechnen, Addieren, Subtrahieren und Multiplizieren.

Das Mathefest wird durch die Aktion Mensch gefördert, beantragt durch das Eldenburg-Gymnasium. Es findet zum Welttag der Dyskalkulie statt, also der Menschen mit Mathematik-Schwäche. Expertinnen für Rechenschwäche informieren zum Mathefest Besucher über Symptome und mögliche Hilfen. Bis zum 29. September dauert es noch einige Monate. Bis dahin ruft Claudia Ammann zu einem Zeichenwettbewerb für Schüler auf. „Wir suchen Illustrationen zu Aussagen von Kindern mit Rechenschwäche. Die Zeichnungen werden dann auf das Plakat zum Mathe-Fest gedruckt“, sagt Ammann. Einer dieser Sätze lautet etwa: „12-12=11, ist doch logisch“ (siehe Hintergrund). Ammann sagt: „Es geht darum, das erste Bild aufzumalen, das einem zu diesen Sätzen einfällt. Wir freuen uns über eine reges Mitmachen“.

Wettbewerb
Sätze zum Illustrieren:

12-12=11, ist doch logisch.

Es gibt nichts größeres als EINS.

Umrechnen ist doch voll unlogisch, wie kann aus einer großen Zahl eine kleine werden?

Der Unterschied zwischen Plus und Minus ist ein Strich.

Herr Lehrer, erklären Sie uns die Welt. Nein, wir haben jetzt Mathe.

E-Mail an ammann@quoai.net oder per Post an die Adresse Neuer Teich 6, 19386 Kritzow.