ExPro – Und was interessiert euch so?

Seit mehreren Jahren gibt es sie schon – EXPRO-Tage am EGL. Mehrere über das Schuljahr verteilt – Zeit für Exkursionen und Projekte.

IMG_1806Tage, an denen Schule noch lebendiger ist als ohnehin schon: Leckerer Duft überall, er strömt aus den Lehmbacköfen, die vor den Sommerferien im Wangeliner Garten mit eigenem Kopf entworfen und eigenhändig produziert wurden. Gewaltige Objekte, inzwischen getrocknet, werden befeuert, Teig wird geknetet, um die frischen Brote und Backwaren anschließend gemeinsam zu essen.  Eine weitere Schülergruppe ist an den Weidenhütten auf dem Schulhof beschäftigt, die frischen, hoch schießenden Jahrestriebe müssen eingeflochten werden. Engagiert widmen sie sich der Herausforderung.

Die 8. Klassen diskutieren mit Referenten aus Rostock vom Netzwerks für Demokratie und Courage. SchülerInnen erörtern nach dem Betrachten von kurzen Videoaufnahmen in Kleingruppen Fragen zu aktuellen Themen und Ereignissen: Wo beginnt Diskriminierung? Was ist Rassismus? Wie kann ich couragiert handeln? Anschließend prüfen sie an praktischen Beispielen aus dem eigenen Alltag in improvisierten Rollenspielen, wie man im Falle von ausgrenzendem und die Menschenwürde verletzendem Verhalten reagieren könnte. Sie beobachten genau, üben Einfühlungsvermögen, wägen ab, was möglich ist, wo Grenzen sind. Alle Teilnehmenden wissen nach dem interaktiven Workshop, dass Menschen aufgrund von unterstellten Merkmalen zu Gruppen zusammen gefasst werden, sind für die Auswirkungen rassistischer Diskriminierung sensibilisiert, sie kennen verschiedene Möglichkeiten couragierten Handelns und Anlaufstellen, die Hilfe anbieten.

IMG_1808Grundlagen in Erster Hilfe erlernt eine 10. Klasse und legt die Prüfung, die Voraussetzung für den Führerschein ist, ab.

Die Klasse 11a und SchülerInnen des Wahlpflichtkurses Geschichte Klasse 10 arbeiten im Atrium mit der aktuell aufgebauten Ausstellung zum Thema “Staatssicherheit in der DDR”. Viel gibt es zu erfragen und zu erforschen. In Kürze steht der Besuch eines Zeitzeugen an und auf dem Podium werden Experten den EGLianern Antworten auf ihre Fragen rund um das Thema geben. Ins Gespräch wollen sie kommen, zuhören  und mehr über die Geschichte von Menschen erfahren, um auch das Heute besser verstehen zu können.

In den 11. Klassen hören die SchülerInnen gespannt zu, die Atmosphäre knistert, Schamgefühle sind präsent. Wie schnell hat man schon jemanden belächelt, der unsicher schwankte und lallend nach Worten suchte. Doch hier wird klar, nicht immer ist der Alkohol die Ursache. Zu Gast ist das Aphasiker-Zentrum MV e.V. aus Plau am See, vertreten durch die Leiterin Frau Freier, die Sprachwissenschaftlerin Frau Richter und drei von Aphasie Betroffenen. Den 17-jährigen Zuhörern wird bewusst, wie schnell nichts mehr so ist, wie es war.

IMG_1813Dana, mit 19 Jahren als Beifahrerin in einen Verkehrsunfall verwickelt, kämpft schon seit vielen Jahren gegen die Folgen an. Das Sprachzentrum im Gehirn ist durch einen Aufprall gequetscht, alle erlernten Silben, Worte und Sinnzusammenhänge sind nicht wie gewohnt abrufbar, hinzu kommt eine Halbseitenlähmung. Anfangs war ein Leben ohne medizinische und therapeutische Hilfe unmöglich. Die Kommunikation mit anderen Menschen war erheblich gestört, dazu kam die Erfahrung, dass immer mehr Menschen, auch Freunde, sich wegen der anstrengenden und zeitintensiven Gesprächssituationen von ihr abwandten. Klein waren die Schritte aus der Aphasie, der Sprachlosigkeit.

Inzwischen geht Dana mit wachen Augen auf SchülerInnen zu, immer noch nach Worten suchend unterstützt sie das Projekt zur Prävention von Verkehrsunfällen, wirbt um Achtsamkeit und Akzeptanz von Andersartigkeit.

Gefördert vom Kriminalitätspräventionsrat des Landkreises LUP und dem Europäischen Sozialfond.