SOR am EGL – “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”

Bereits seit 2012 hatten sich Lisa Biebow, Vanessa Brade, Sarah Huss, Barbara von Glasenapp, Tessa Strunk und Jan Lennart Zulauf, allesamt Schüler der Klasse 12 b, im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“engagiert, als sie im März 2013 auf Anregung des damaligen FSJlers Lukas Worm  für alle Schüler eine bewegende Lesung mit dem Zeitzeugen Sally Perel organisierte, die nachhaltige Wirkung bei den Zuhörern hinterließ und Beachtung auch außerhalb des Gymnasiums fand. Bestärkt durch die positive Resonanz an der Schule und in der Öffentlichkeit formte sich innerhalb der Gruppe der Wille, weitere Zeichen zu setzen gegen Fremdenfeindlichkeit und Zivilcourage zu zeigen.

Titel-Verleihung erste Gruppe

Der stolze Titel – erarbeitet von der ersten SoR-SmC-Gruppe

So fanden sich  Schüler des zwölften Jahrgangs zu einer  Gegendemonstration zusammen, als Neo-Nazis auf dem Lübzer Markt einen Stand errichtet hatten. Aus dieser Erfahrung heraus entwarfen Schüler der Klasse 12 b im Vorfeld der Wahlen völlig eigenständig Plakate für Völkerverständigung und gegen Fremdenhass, fanden Sponsoren für den Druck, klärten den rechtlichen Rahmen  und plakatierten sie anschließend im Lübzer Stadtgebiet. Herr Schwarz, Tutor der Klasse und gleichzeitig stellvertretender Schulleiter, äußerte sich dazu: „ Wir sind sehr stolz darauf, solche Schüler an unserer Schule zu haben, die mit großer Selbstständigkeit und Reife arbeiten und das zusätzlich zu den regulären 36 Wochenstunden Unterricht.  Dies sehen wir auch als Bestätigung unserer gymnasialen Arbeit. Letztlich geht es auf dem Weg zur Studienreife nicht nur um die Vermittlung von Wissen, denn Bildung ist mehr als das bloße Erlernen von Fakten. Wichtig ist uns am Eldenburg-Gymnasium auch die Ausbildung von Werten und von gesellschaftlichem Engagement.“

Titel-Verleihung Podiumsdiskussion

Eine erfolgreiche Veranstaltung – die Podiumsdiskussion mit Kandidaten für die Landtagswahl

(…) Höhepunkt und Glanzlicht des Tages war die Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus -  Schule mit Courage“. Anwesend waren neben den Schülern und Kollegen auch Eltern, Vertreter der Stadt, des Schulamtes, der Regionalpolitik und – als Pate- der Schauspieler Hinnerk Schönemann.

Dieser  Titel ist für uns am Eldenburg-Gymnasium Lübz Auszeichnung und Selbstverpflichtung zugleich. Eine Reihe von Schülern der achten und neunten Klassen haben den Staffelstab übernommen und werden die Arbeit der Gruppe im nächsten Jahr fortführen. Die Schulleiterin Frau Waburg bekundet: „Mir imponiert, dass hier eine neue Schülergeneration heranwächst, die gesellschaftlich aktiv ist und deren Motivation sich aus ihrem sichtbaren Erfolg speistund langanhaltend ist. Die Schüler wollen etwas bewirken, und das ist auch mir eine Herzensangelegenheit.“

Was bisher geschah

Wir organisieren Begegnungen mit Flüchtlingen, gemeinsame Workshops mit Schülern der Förderschule Pestalozzi Parchim und Flüchtlingen für mehr Toleranz, nehmen mit eigenen Ständen an Sport- und Kinderfesten im Flüchtlingsheim teil, veranstalten mit ihnen gemeinsames Kochen mit anschließendem Austausch über ihre Erfahrungen.
Wir veranstalten Plakataktionen bei Wahlen mit selbst entworfenen Plakaten für Toleranz und nehmen an Demos gegen Fremdenhass teil. Außerdem motivieren wir unsere Mitschüler zu Aktionen gegen Rassismus, z.B. „We all are monkeys“ beim Schulsportfest.
Wir organisieren Wanderausstellungen (Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen, Anne Frank – eine Geschichte für heute) mit vorbereitenden Workshops, Führungen von Besuchergruppen, eigenständigen Seminaren für Besucher und z.B. der Gestaltung des Jüdischen Abends zur Eröffnung.
Auch Lesungen wie zum Buch „Edelweißpiraten“ mit Dirk Reinhardt gehören zu unseren Aktivitäten.
Wir fahren regelmäßig zur Gedenkfeier für den Todesmarsch in die Gedenkstätte im Belower Wald und sprechen dort mit Zeitzeugen.

Fremdenfeindlichkeit schachmatt setzen !

Kurz vor Weihnachten 2015 gab es eine Überraschung für die Flüchtlinge im Heim an der Ludwigluster Chaussee in Parchim. Wir überbrachten ein selbst gebautes Straßen-Schachspiel und fuhren anschließend mit ihnen zum gemeinsamen Schlittschuhlaufen auf dem Parchimer Schuhmarkt. Unsere SoRisten aus der achten und neunten Klasse hatten mehrere Wochen lang an den Figuren gearbeitet, gesägt und lackiert. Und dann haben wir es auch gleich ausprobiert. Das Schachbrett war schnell mit Kreide auf das Plaster gemalt; auch wenn es wohl nicht ganz den kritischen Blicken des Weltschachverbands genügt hätte, wir jedenfalls hatten unseren Spaß ! Und als wir dann noch zum Schlittschulaufen eingeladen haben, da war der Andrang so groß, dass der Minibus mehrfach pendeln musste.

Tanz(t) für Toleranz! – Unser neues Projekt im Februar 2016

Als nächstes ist ein Abend mit Schülerbands und ein Workshop zum Thema Toleranz und Akzeptanz geplant. Während des Abends findet eine Umfrage zum Thema “Flüchtlinge in Deutschland” statt – wir sammeln Sach- und Geldspenden und organisieren einen Informationsstand zu unseren Aktivitäten.

Projektverlauf

Für uns ist die SoR-Gruppe eine gute Möglichkeit, selbst etwas zu tun, auch als Einzelne die Welt etwas zu verändern. Auslöser für unsere Projektidee war das Botschafter-Seminar des Anne-Frank-Hauses in Berlin. Dort hatten wir in 3 Tagen die Gelegenheit, mit Teamern und anderen Jugendlichen weiterführende Projekte zu entwickeln, die wir als zukünftige Botschafter umsetzen wollen. Darüber hinaus gibt es an unserer Schule seit Langem gut besuchte Bandabende. Diese sprechen vor allem Jugendliche, unsere Hauptzielgruppe an.

Wir planen den Bandabend für Ende Februar. Während des Abends wollen wir für die Teilnahme an dem 1-2 Wochen später stattfindenden Workshop werben. Außerdem wollen wir die Bands bitten, ein Statement abzugeben, warum soziales Engagement für sie wichtig ist. Wir freuen uns natürlich, wenn das Projekt “Tanz(t) für Toleranz!” auch von anderen Schulen aufgegriffen wird.

Nachdem wir mit kleineren Aktionen anfingen, haben wir schon bald gemerkt, wie viele Details bei der Organisation öffentlicher Veranstaltungen berücksichtigt werden müssen. Für unsere jetzige Projektidee müssen wir mit Bands Verträge aushandeln, Sound-Technik bereitstellen und Öffentlichkeitsarbeit leisten. Das ist für uns eine neue Herausforderung und bietet die Chance auch die neuen Mitglieder unserer Gruppe aus den achten Klassen zu motivieren. Wir wollen zeigen, dass auch Schüler schon spannende Events stemmen können.

Vielfalt liegt uns am Herzen!

Grundsätzlich bedeutet für uns Vielfalt nicht nur, sich mit Flüchtlingen und anderen Kulturen auseinander zu setzen, sondern auch Verständnis zwischen unterschiedlichen Jugendgruppen aufzubauen. Unsere Gruppe richtet sich gegen Rassismus, aber auch gegen Vorurteile gegenüber benachteiligten Jugendlichen. Hierbei arbeiten wir auch mit Förderschülern in Parchim zusammen und organisieren persönliche Gespräche mit Flüchtlingen. In dem Workshop des neuen Projekts werden Klischees und Vorurteile deutlich heraus gearbeitet und in Diskussionen nach Möglichkeiten gesucht, sie zu bekämpfen.