Eldenburg-Gymnasium ist „Schule zum Leben“ (svz 25-01-2019)

Wenn Lehrer lernen 2018

Wenn Lehrer lernen: 2018 in Groß Breesen Degner

Monika Maria Degner Lübz “Schulen zum Leben“ hieß ein landesweites Pilotprojekt, an dem unter anderem das Kollegium des Lübzer Gymnasiums teilnahm. Nach zweieinhalb Jahren intensiver und regelmäßiger Fortbildung wurde den beteiligten Schulen von Seiten des Bildungsministeriums offiziell die Zertifizierung als „Schule zum Leben“ zuerkannt.

Für erfolgreiches Lernen ist Lehrer entscheidend

Und so begann es: Nach ihrem Erscheinen 2008 erregte die 500 Seiten starke Meta-Studie „Visible Learning“ des australischen Erziehungswissenschaftlers John Hattie großes Aufsehen – hatte der Pädagogikprofessor doch 800 Metaanalysen mit Blick auf das Lernen hin ausgewertet. Einigermaßen spektakulär bestätigte Hattie im Kern die Uraltweisheit, dass es für erfolgreiches Lernen insbesondere auf den Lehrer ankomme. Aber wie lassen sich die gewonnenen Erkenntnisse von der einzelnen Lehrperson in ihrem Unterricht konkret umsetzen? Hattie gab in seiner Studie darauf Antworten. Den Kern erfolgreichen Lernens der Schüler bilden dabei zehn grundlegende „Lehrerhaltungen“ (wir berichteten).

Hattie-Fortbildungen im Zentrum der „Schulen zum Leben“

Zum Schulkongress im Dezember 2014 hatte daraufhin der damalige Bildungsminister Mathias Brodkorb den Hattie-Übersetzer und Buchautor („Hattie für gestresste Lehrer“) Professor Klaus Zierer von der Uni Augsburg als Hauptreferenten geladen. Ziel war es, ein landesweites Pilotprojekt unter Leitung des Schulpädagogen Zierer sowie des Instituts für Qualitätsentwicklung MV zu starten. Im Ergebnis entstand das Netzwerk „Schulen zum Leben“. Im Zentrum der Hattie-Fortbildungen, an denen in Lübz jeweils das ganze EGL-Kollegium teilnahm, stand, die zehn „Werthaltungen“ – alle als Vorsätze in Ich-Form formuliert – wissenschaftlich fundiert, praxisorientiert und nachprüfbar zu erarbeiten und im konkreten Unterricht umzusetzen. In der letzten Fortbildung des Lübzer Gymnasiums im vergangenen August lauteten die Themen schließlich: „Ich erachte Schülerleistungen als Rückmeldungen für mich über mich“ sowie „Ich kooperiere mit anderen Lehrpersonen“. Und damit war der theoretische Teil vorläufig geschafft. Die Daten zur praktischen Umsetzung wurden parallel von der Uni Augsburg wissenschaftlich gemessen und ausgewertet.

Regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen

Zur ursprünglichen Motivation der Schule, an den Fortbildungen teilzunehmen, und zu den Vorteilen dieser Arbeit für die nähere Zukunft befragten wir Schulleiter Torsten Schwarz. „Die Fortbildungsreihe im Rahmen des Netzwerks „Schulen zum Leben“ war eine wunderbare Ergänzung des von uns schon weit vorher eingeschlagenen Weges in der Schulentwicklung und bot die einmalige Möglichkeit, auch die vielen neuen Kollegen mitzunehmen“, sagt er. „Dass wir dies in so enger wissenschaftlicher Begleitung – die in Lübz erhobenen Messergebnisse gehen mit in die großen Studien ein – gestalten konnten, hat unser Kollegenteam in vielerlei Hinsicht maßgeblich vorangebracht und dies mit direkten Auswirkungen auf unsere Unterrichtsgestaltung und somit auf das Lernen unserer Schüler.“

An der weiteren schrittweisen Umsetzung der mittlerweile auf 1400 Metastudien basierenden Erkenntnisse bleibe man dran. Hierfür sei auch der regelmäßige Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen wichtig. Besonders freue Schwarz, dass Professor Zierer das EGL auch weiterhin begleiten wird und damit die enge Verbindung zwischen pädagogischer Theorie und schulischer Praxis weiterbesteht.