Weihnachtslieder aus aller Welt (svz 17-12-2018)

Der Schulchor des Eldenburg Gymnasiums in Lübz gab ein Adventskonzert in der Stadtkirche

Die Schüler des Eldenburg Gymnasiums präsentieren weihnachtliche Lieder Degner

Die Schüler des Eldenburg Gymnasiums präsentieren weihnachtliche Lieder Degner

Ruhig und konzentriert betreten 75 Schüler und Schülerinnen den Chorbezirk der Lübzer Stadtkirche. Auf den hellblauen und dunkelroten Shirts leuchtet mehrfarbig das Emblem des Eldenburg Gymnasiums. Der Chor der Lübzer Schule unter Leitung von Konstanze Zielke sammelt sich zum Adventskonzert – und die große Kirche ist voll besetzt. Es dürften zwischen zweihundert und dreihundert Menschen sein, die heute Abend die Kirchenbänke drücken, viele Eltern sind darunter. Nach den Auftritten in St. Marien in Plau und in Dobbertin folgt nun das „Heimspiel“ in Lübz.

Konstanze Zielke, Lehrerin für Musik und Latein, ist schon seit dem Jahr 2000 auf den Spuren ihres „alten Herzenswunsches, einen Chor zu leiten“ und, betrachtet man den Umfang des Schulchors und seine Leistung bei den verschiedensten Anlässen, so hat sie dies mit steigendem Erfolg getan. Im Gründungsjahr hatten sich lediglich 12 Mädchen und ein Junge zum Chorsingen gemeldet – und das aus vier Jahrgängen der Schule. Jetzt kann sich der Umfang des Chores schon fast mit dem der Fischer-Chöre messen.Im eleganten Schwarz tritt Zielke vor das Dirigentinnenpult und lässt sich kurz von ihrer Stimmgabel den rechten Ton angeben. Dann der Auftakt. Es ist Tradition, den Chorauftritt im Advent mit dem „Laudate omnes gentes“ zu beginnen, einem Gesang, der in den siebziger Jahren für den Orden von Taizé komponiert wurde. Es sind nur zwei lateinische Zeilen, die häufig wiederholt werden. Übersetzt: „Preist, ihr Völker alle, preist den Herren.“ Der Gesang erklingt vielstimmig. Ein schöner Moment ist es, als die dunklen Männerstimmen etwas später erst einfallen. Überhaupt arrangiert die Chorleiterin die Stimmen unterschiedlich, holt zum Kanon beispielsweise einige Baritone in die erste Reihe und von der Kanzel herunter erklingt gar ein Solo der Schülerin Maria Steffen. Mit sehr hohem Sopran singt sie ein traditionelles englisches Weihnachtslied. Auch in diesem Jahr folgt der Chor der Leitlinie, Liedgut aus anderen Ländern einzuarbeiten. Je ein finnisches, russisches, irisches Lied ergänzen das Programm. „Christmas in the old man’s hat“ zum Beispiel berührt stark, weil es vom Chor betont mitfühlend gesungen wird. Das russische „Bajuschki Baju“ wird mit viel „russischer Seele“ nachempfunden.

Aber das Konzert war auch ein Mix auf mehreren Ebenen. Da waren die Ansprachen des Schulleiters Torsten Schwarz und des Pfarrers Enrico Koch, die jungen Moderatoren aus der zehnten Klasse, Fred und Nele, die durch das Programm führten, da waren Gedichtbeiträge und selbstverständlich auch rein musikalische Darbietungen, so von Geigenlehrerin Sigrun Haß von der Kreismusikschule und Schülerinnen sowie ein Klavierduo von Lisa und Emilia Küchler, temperamentvoll unterwegs mit der „Petersburger Schlittenfahrt“.

Mit dem Spiritual „Go, tell it on the mountain“ wurde das Publikum, das nach jedem Beitrag begeistert und fröhlich applaudiert hatte, in die Adventsnacht entlassen. Es war eine weitere Stufe auf der Treppe nach Weihnachten. Im besten Sinne.