Am EGL geht Pädagogik vor Technik (svz-online)

Am Sonnabend fand im Eldenburg-Gymnasium in Lübz der obligatorische Tag der offenen Tür statt

TdoT 2018

Gleich gehts los: Schulleiter Torsten Schwarz auf dem Weg zum Beamer Monika Maria Degner

Monika-Maria Degner Lübz

Am Sonnabend fand im Eldenburg-Gymnasium in Lübz der obligatorische Tag der offenen Tür statt. Der Haupteingang des Eldenburg-Gymnasiums ist weit geöffnet. Wie seit Jahren findet wieder im Dezember der „Tag der offenen Tür“ statt. In erster Linie gilt er den Eltern der künftigen Siebtklässler. Es ist ein Tag der Infos, der Gespräche mit Lehrern und eines über einstündigen Vortrags in der Sporthalle. Auch hier informieren Aufsteller mit Infomaterial über die Organisation der Schule und des Unterrichts. Die hat es in sich, ist aber das Ergebnis der einen Frage: Wie können wir unsere Schüler fit für die Zukunft machen?

Franka Waburg, stellvertretende Schulleiterin, sagt es während des Vortrags humorvoll: „Wir müssen unsere Schüler auf eine Zukunft vorbereiten, die wir noch nicht kennen. Jeden Tag schauen wir in unsere Kristallkugel.“ Aber soweit sich eben blicken lässt, unternimmt das Kollegium dieser Schule alles, um seine Schüler  in Menschenbildung und Leistung fit zu machen für eine Welt, die zunehmend globalisiert und digitalisiert sein wird. Auch die Erziehung in punkto Persönlichkeitsbildung, so von der Wirtschaft schon seit Jahr und Tag eingefordert, visiert nicht mehr den reinen Leister oder Entscheider, nicht den Technokraten oder Bürokraten an, sondern quasi ein flexibles Multitalent. Schulleiter Torsten Schwarz demonstriert anhand eines Schaubildes den von der OECD veröffentlichten „Kompetenzrahmen“. Die menschlichen Fähigkeiten, die es pädagogisch zu fördern gilt, sind etwa Eigeninitiative und Kreativität, sind Sozialkompetenz, Toleranz, Ausdauer. Der Katalog ist länger noch, aber unterm Strich geht es um einen ganzheitlich entwickelten Menschen. Eigentlich kein neues „Modell“.

Die Sporthalle, an diesem wichtigen Tag aufgestuhlt, ist so gut mit Eltern belegt wie die Schule überhaupt mit Schülern. 460 sind es in diesem Jahr. „Die Schule ist voll“, sagt Schwarz, „aber noch kennen wir alle unsere Pappenheimer.“ Dennoch ist die Kapazitätsgrenze offenbar erreicht, im kommenden Schuljahr werden „nur“ drei Klassen in  Jahrgangsstufe sieben gebildet. In der siebten Klasse gibt es am Lübzer Gymnasium außerdem eine Englischstunde, in der achten eine Mathestunde mehr, um hier gezielt möglichst alle Kindern beim Lernen zu unterstützen. Natürlich wird auch der Umgang mit digitalen Medien unterrichtet. Das EGL sei als Pilotschule des Landkreises digitaltechnisch „gut ausgestattet“, sagt Schwarz. „Aber Pädagogik geht bei uns vor Technik.“ Die digitale Welt wird der realen hier also nicht den Rang ablaufen. „Sie ist nur die vierte Kulturtechnik, die aufbaut auf Lesen, Schreiben, Rechnen“, sagt Franka Waburg.

Es ist immer zuerst die Frage nach der pädagogischen Methode, die dieses Kollegium umtreibt. Konsequente Weiterbildung in Vernetzung mit der Uni Augsburg, Umsetzung der Erkenntnisse der empirischen Bildungsforschung und deren Überprüfung, Stichwort „Feedback-Kultur“, sind die Regel. Der Unterricht erfolgt aktuell in Blöcken zu 80 Minuten, das fördert die intensive Arbeit am Lerngegenstand und erspart den Lernenden einen hektischen Fächerwechsel. „GLUE“ bedeutet, dass etwa ein Viertel der jährlichen Unterrichtszeit den Schülern für strukturiertes, fächerverbindendes Lernen zur Verfügung steht, außerdem entscheiden sie darüber, wann im Tagesverlauf Aufgaben in der  StudienOrientiertenLernzeit („SOL“) bearbeitet werden. Und schließlich ist das EGL auch Ganztagsschule. Kertin Bredow organisiert die „Lebendige Ganztagsschule“, ein Freizeitenangebot, das häufig aus der Schule hinausführt zu den unterschiedlichsten Kooperationspartnern in der Region und für die Region. Auch das fördert natürlicherweise die „Kompetenzen“.

 

(gekürzt und bearbeitet, Webredaktion EGL)